Freitag, 18. Januar 2019

28.07.2016
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Macht Rauchen und Trinken Männer attraktiv?

Macht Rauchen und Trinken Männer attraktiv?
Eine neue wissenschaftliche Studie bringt neues Leben in die von Gesundheitswahn und ethischer Korrektheit erdrückte Debatte. Von Matthias Heitmann

Wer raucht und trinkt, lebt möglicherweise kürzer – aber er hat womöglich mehr Spaß dabei. So sehen es zumindest Menschen, die sich nicht der modernen Gesundheits- und Askesekultur unterwerfen. Eine Studie der Universität Gent scheint ihnen nun aber Recht zu geben: Die Kommunikationswissenschaftlerin Eveline Vincke hat nach Experimenten mit 600 Probanden herausgefunden, dass Frauen eher von Männern angezogen werden, die einen abenteuerlichen Lebensstil haben und sich dementsprechend von gesundheitlichen Risiken nicht abschrecken lassen.

Wer also mit Zigarette und einem Drink im Club steht, kann bei Frauen eher punkten als nichtrauchende Wassertrinker, so die Quintessenz. Männer mit gelegentlichem und hohem Alkohol- und Zigarettenkonsum gelten der Studie zufolge als "sexuell freizügig". Frauen scheinen davon eher beeindruckt zu sein: Sie bewerten Rauchen und Trinken bei Männern als interessante Eigenschaften, sofern ihnen der Sinn nach einem sexuellen Abenteuer steht. Männer wiederum, die eher auf kurzweilige Affären aus sind, haben der Studie zufolge einen höheren Alkohol- und Zigarettenkonsum, als ihre Geschlechtsgenossen, die nicht an wechselnden Intimpartnerinnen interessiert sind.

Wie immer, so sollte man sich natürlich auch den möglichen Schlussfolgerungen aus dieser Studie mit einer gesunden Distanz und auch mit einem leichten Augenzwinkern nähern. Rauchen und Trinken werden aus einem schüchternen Diskomuffel keinen Frauenschwarm machen. Aber vielleicht machen solche Studien oder auch Sichtweisen auch einfach nur deutlich, dass man sich nicht immer und überall unserer auf vermeintlich umfassender Vernunft beruhenden Optimierungskultur unterwerfen sollte und dass Freiräume für Individualität und auch für unvernünftiges Verhalten schützenswerte zivilisatorische Errungenschaften sind.

Matthias Heitmann ist Redakteur der BFT Bürgerzeitung und Autor des Buches "Zeitgeisterjagd. Auf Safari durch das Dickicht des modernen politischen Denkens" (TvR Medienverlag Jena). Seine persönliche Website befindet sich unter www.zeitgeisterjagd.de.

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