Donnerstag, 20. Februar 2020

01.04.2016
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Die Meinungsfreiheit wird am Bosporus verteidigt?

Die Meinungsfreiheit wird am Bosporus verteidigt?
Von Matthias Heitmann

Nur mal angenommen, Angela Merkel, Ursula von der Leyen oder gar Heiko Maas hätten sich postwendend und wutschnaubend über Erdogans Realsatire geäußert und sich selbst zu den Aposteln der Meinungsfreiheit aufgeschwungen, so nach dem Motto: „Maas macht mobil, für Meinung, frei und viel!“ Wer würde denen das abnehmen? Und wenn man es ihnen nicht abnimmt, warum sollten sie es trotzdem tun?

Innenminister Heiko Maas betreibt ja seit einigen Wochen intensives Face(book)Lifting und ist groß in die Jagd auf Hasskommentare eingestiegen. Künftig sollen nur noch freundliche Meinungsäußerungen geduldet werden. So eine Regierung ist natürlich bestens geeignet, um Erdogan beizubringen, wie man auf tolerante Art und Weise mit unfreundlichen Meinungsäußerungen umzugehen hat.

Es ist schon erstaunlich, dass dieselben Leute, die sich kürzlich noch über Zensursula von der Leyen und den maaslosen Heiko beschwert haben, nun fordern, dieselbe Regierung möge doch bitte die Meinungsfreiheit am Bosporus verteidigen. Wäre ich Heiko Maas, ich wäre Erdogan überaus dankbar für die extra3-Posse, denn ich wüsste: Ohne ihn würde mir niemand den Freiheitsapostel niemand abnehmen.

Matthias Heitmann ist Redakteur der BFT Bürgerzeitung und Autor des Buches "Zeitgeisterjagd. Auf Safari durch das Dickicht des modernen politischen Denkens". Seine persönliche Website findet sich unter www.zeitgeisterjagd.de.

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