Mittwoch, 27. Oktober 2021

10.11.2015
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Integration ohne Familiennachzug?

Integration ohne Familiennachzug?
Gerd Appenzeller trifft in seinem Kommentar "Integration kann nur mit Familiennachzug gelingen" aus dem Tagesspiegel vom 9.11.2015 zum Vorschlag von Bundesinnenminister Thomas de Maizière, den Syrern der Nachholen der Familie zu verweigern, den Nagel auf den Kopf: 

"Weder Deutschland noch Europa ist auf Dauer in der Lage, Millionen von Flüchtlingen aus einem völlig anderen Kulturkreis auch bloß auf einige Zeit zu integrieren, wenn die Zuflucht Suchenden nicht dazu bereit sind. Wie aber soll die Integration gelingen, wenn der Familiennachzug verweigert wird? Wir wollen nicht, dass die jungen Männer, die von ihren Familien vorgeschickt wurden, in Massenlagern isoliert leben müssen. Wir wissen, dass aus einer solchen Situation – egal um welche Ethnie oder religiöse Prägung es sich bei diesen Menschen handelt – Konflikte vielfältiger Art entstehen. Konflikte untereinander und Konflikte, die auf die Umgebung abstrahlen. Doch nur der Nachzug der Familien kann genau das alles verhindern."

Dass überhaupt Vorschläge wie der von de Maizière so breit diskutiert werden, zeigt, wie wenig Realitätssinn übrigbleibt, wenn Panik und Alarmismus den Blick auf Mensch und Wirklichkeit trüben. Daher hat Appenzeller auch in seiner Schlussfolgerung Recht:

"Das wirkliche Problem in Deutschland sind im Moment auch weniger die Flüchtlinge selbst. Die werden gerade in Bayern mit bewundernswerter Empathie und Routine empfangen. Es ist vielmehr der aufhetzende und exzessiv polemische Ton, in dem gegen die Flüchtlinge und all jene agitiert wird, die sich um ihre menschenwürdige Unterbringung kümmern."

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