Donnerstag, 30. März 2017

08.03.2017
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Gabriel und Cavusoglu zu Krisentreffen zusammengekommen

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu lässt sich in Hamburg in der Residenz des türkischen Generalkonsuls von seinen Anängern feiern. Foto: Daniel Reinhardt

Berlin (dpa) - Nach tagelanger Eskalation der Krise in den deutsch-türkischen Beziehungen sind die Außenminister Sigmar Gabriel und Mevlüt Cavusoglu zu einem Gespräch zusammenzukommen.

Das Treffen in einem Berliner Hotel soll aus deutscher Sicht dazu beitragen, die Wogen zu glätten. Es ist der erste persönliche Kontakt von Vertretern beider Regierungen seit der umstrittenen Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel Anfang vergangener Woche in Istanbul.

Ein weiterer Streitpunkt sind die teilweise untersagten Wahlkampfauftritte türkischer Regierungspolitiker in Deutschland. Präsident Recep Tayyip Erdogan und auch Cavusoglu haben die Absagen als Nazi-Methoden bezeichnet.

Zu den Ergebnissen des Krisentreffens wollte sich Gabriel anschließend im Auswärtigen Amt äußern. Eine gemeinsame Pressekonferenz war nicht geplant.

Cavusoglu will nach dem Gespräch die internationale Tourismusmesse ITB besuchen. Er hatte am Dienstagabend - nur wenige Stunden vor seinem Treffen mit Gabriel - in Hamburg für die umstrittene türkische Verfassungsreform geworben. Am 16. April wird in einem Referendum über das geplante Präsidialsystem abgestimmt, das die Macht Erdogans noch weiter stärken würde.

Die in Deutschland lebenden Türken spielen beim Referendum über eine Verfassungsreform in ihrer Heimat eine wichtige Rolle. Von den 58,2 Millionen Wahlberechtigten leben hierzulande rund 1,4 Millionen. Bei ihnen setzen Präsident Recep Tayyip Erdogan und seine AKP traditionell auf eine starke Zustimmung - weswegen die Unterstützer zur Stimmabgabe am 16. April mobilisiert werden.

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