Samstag, 04. April 2020

19.08.2015
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Grüne Gartenzwerge mit Lesebrille

Grüne Gartenzwerge mit Lesebrille

Birgit Kelle bezieht Position für Familien und gegen Gender Mainstreaming. Die Buch-Autorin und Mutter von vier Kindern bricht eine Lanze für Frauen, die zur Kinderbetreuung daheim bleiben und ein traditionelles Lebensmodell wählen – ohne dabei ihre Vorstellungen zur Norm oder zum allgemeinen Glückversprechen zu erheben. Kelle spricht sich für die Wahlmöglichkeit einzelner Frauen aus. Doch damit erntet sie nicht nur einen Shitstorm nach dem anderen, sondern jetzt wird von neuen Interessenverbänden massiver Druck ausgeübt, sie nicht öffentlich sprechen und lesen zu lassen. Wahlweise wird sie als „Rechtspopulistin“ oder „homophob“ etikettiert. 

Die Meinungsfreiheit stirbt, wenn solche Maulkörbe weiter gesucht und angelegt werden. Wenn politische Eliten und deren Lobbys versuchen, andere Ansichten zu unterdrücken, muss sich keiner wundern, wenn es in einem vermeintlichen Mob brodelt, weil die Menschen spüren, was aus dem Ruder läuft. Nein, die Leute sind nicht rechts und dumpf und demokratiefeindlich an sich. Im Gegenteil haben sie mittlerweile ein feines Gespür dafür entwickelt, was wo und wie gelogen wird und werden vielmehr erst deshalb rebellisch, weil man spürt, dass etwas gar nicht stimmt. Das Bild des gestrigen „Dumpfbürgers“ gehört durch ein Bild des heutigen Neospießers ersetzt. Der Neospießer stellt keine Gartenzwerge mehr im Garten auf (oder wenn ironisch gebrochen). Schlimmer: Er schreibt den anderen vor, was sie hören oder lesen dürfen. Er ist ein grüner Gartenzwerg mit Lesebrille.

Ich bin ganz und gar nicht Birgit Kelles Meinung und lebe einen völlig anderen Lebensentwurf. Aber ihre Meinung darf und muss artikuliert werden, sonst nähert sich die Demokratie wieder diktatorischen Gesinnungsdenken an. Wer an grundlegenden Werten des demokratischen Systems wie der Meinungsfreiheit sägt, um seine eigenen Vorstellungen besser „durchzudrücken“, wird schneller Opfer eines neuen Systems der Unterdrückung als er oder sie denkt. Denn morgen schon kann es die eigenen Vorstellungen treffen.

Ausnahmsweise sei die Bild zum Thema zitiert.

http://www.bild.de/regional/duesseldorf/duesseldorf/stoppt-schulverwaltung-lesung-von-bestseller-autorin-42219672.bild.html

Libera


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